text&beat

Disko in Moskau oder: Der ost-westliche BamBam

Mittwoch, 29. Oktober 2014, 20 Uhr

Alexander Pehlemann im Gespräch mit Klaus Walter

Im Anschluss Go Ost!-Disko mit Alexander Pehlemann

Es war einmal im Jahr 1987, Europa war noch getrennt durch einen Eisernen Vorhang, Berlin durch eine Mauer aus Beton. Ein aus dem Westfälischen stammender Künstler namens Maximilian Lenz alias WestBam alias DJ Westfalia Bambaataa traf in Riga auf die „Werkstatt zur Wiederherstellung nie dagewesener Gefühle“ (NSRD). Der DJ aus der Bundesrepublik Deutschland und die lettische Avantgarde-Gruppe spielten zusammen im Rahmen einer Ausstellung mit dem schönen Titel „Ungefähre Kunst“. Am Rand der Ungefähren Kunst trat WestBam mit Sergej Kuriochin auf, dem enfant terrible des Leningrader Undergrounds, verewigt wurde dieses Gipfeltreffen auf dem Hamburger Label „What’s So Funny About“ unter dem Titel: „Popularnaja Mehanika Featuring Westbam: Live At Riga.“ Am selben Abend performte aber auch der Mann, der sich EastBam nannte und als erster Mensch in lettischer Sprache zu rappen begann, sich vor allem jedoch als Magnetbandjockey einen Namen machte.

Von diesem und weiteren denkwürdigen Abenden berichtet Alexander Pehlemann in seinem Buch „Go Ost! Klang – Zeit – Raum. Reisen in die Subkulturzonen Osteuropas“. Bei text&beat führt seine in bewegten Bildern und Ton dokumentierte Reise nach Pilsen, wo 1987 beim Olof-Palme-Friedensfest ein Punk-Riot losbricht, an dem auch Die Toten Hosen und die Einstürzenden Neubauten beteiligt sind, ins Haus des Wissens in Riga zur zweiten Ausstellung von „Approximativer Kunst“ unter dem Titel „Der Maulwurf in der Höhle“, sowie in die Werner-Seelenbinder-Halle zu Ost-Berlin, wo die FDJ 1989 einen Staatsrave zur Feier von 40 Jahren DDR ausrichtet, den WestBam fast zu einem Disco-Riot umfunktioniert. Wenige Wochen später ist Schluss mit der DDR.

Alexander Pehlemann stand 1985 in der Werner-Seelenbinder-Halle als Ringer der Bezirksdelegation Frankfurt/Oder auf der Matte und ist Herausgeber des Zonic-Magazins, das seit über zwanzig Jahren über den ost-westlichen BamBam im Pop berichtet, Zonic trägt den catchy Untertitel „Almanach für kulturelle Randstandsblicke & Involvierungsmomente“.

Eintritt: 6,- / ermäßigt 4,- // Tanzboden open end

Orange Peel, Kaiserstraße 39, 60329 Frankfurt

Gefördert vom Kulturamt Frankfurt am Main // Präsentiert von ByteFM

text&beat sind: Carolin Callies, Silke Hartmann, Christian Metz, Michael Müller, Benjamin Seibel, Lisa Schumacher, Kai Staudacher, Klaus Walter