text&beat

Tati Nostalgie Pasolini Peripherie

text&beat@orange peel

Mittwoch, 30. September 2015, 20 Uhr

Klaus Ronneberger im Gespräch mit Michael Müller und Klaus Walter
Im Anschluss: Schallplattenunterhaltung mit dem Urban Jukebox Soundsystem

Klaus Ronneberger vergleicht Äpfel mit Birnen und das funktioniert.

Tati und Pasolini? Der Komiker und der Dramatiker? Leichte Unterhaltung und schwere Geschütze? Wie geht das zusammen?
Auf den ersten Blick mag es abwegig erscheinen, einen Vergleich zwischen dem italienischen Schriftsteller und Filmemacher Pier Paolo Pasolini und dem französischen Regisseur und Satiriker Jacques Tati anzustellen. Beim näheren Hinsehen finden sich zwischen beiden Figuren verblüffende Gemeinsamkeiten, findet Klaus Ronneberger.

Der Frankfurter Autor und Stadtforscher ist bekannt geworden mit dem Buch „Stadt als Beute“, in dem er gemeinsam mit Walther Jahn und Stephan Lanz bereits 1999 Entwicklungen beschreibt und vorwegnimmt, die wir heute unter dem Begriff Gentrifizierung kennen.
In seinem neuen Buch „Peripherie und Ungleichzeitigkeit – Pier Paolo Pasolini, Henri Lefebvre und Jacques Tati als Kritiker des fordistischen Alltags“ steht erneut die Stadt im Zentrum – und bei Pasolini die Ränder der Stadt, die Übergänge ins Ländliche. Mit künstlerisch und ästhetisch grundverschiedenen Mitteln betreiben Tati und Pasolini eine grundlegende Kritik an der fordistischen Nachkriegsmoderne. „Pasolini und Tati verhandeln das Abseitige und Marginale nicht nur unter dem Gesichtspunkt von Unterdrückung und Diskriminierung, sondern auch im Sinne eines subversiven Potentials.“

Bei text&beat zeigen wir Ausschnitte aus den Filmen der Protagonisten, darunter eine Kurzfassung von Tatis „Mon Oncle“ und diskutieren mit Klaus Ronneberger, auch über die ungeklärte Frage nach einem deutschen Pendant zu Tati: Loriot? Hesselbach? Polt? Fraktus?

Eintritt: 6,- / ermäßigt 4,-
text&beat im Orange Peel, Kaiserstraße 39, 60329 Frankfurt

Gefördert vom Kulturamt Frankfurt am Main. Präsentiert von ByteFM

text&beat sind: Carolin Callies, Silke Hartmann, Christian Metz, Michael Müller, Benjamin Seibel, Kai Staudacher, Klaus Walter