text&beat

Simon Reynolds und GLAM

Mittwoch, 6. Dezember 2017, 20 Uhr

text&beat@Milchsackfabrik

„I drive a Rolls-Royce, ’cos it’s good for my voice.“
Simon Reynolds & GLAM

Moderation: Klaus Walter

„Pop ist Persönlichkeitskult. Er basiert auf dem Glauben, dass manche Menschen außergewöhnlich sind und dass die Gewöhnlichen durch direkten Kontakt oder Nachahmung ein Stück von ihrem Kuchen abhaben können. Und manche von denen, die dieses Spiel am besten beherrschen, sind geborene Lügner. Glamour ist die Lüge, die man so gut erzählt, dass man sie irgendwann selbst glaubt… Eine Sache, die ich an Glam besonders faszinierend finde, ist die Art und Weise, wie er radikale und reaktionäre Elemente vereinte. Auf der einen Seite steckte er voller Innovationen in Sachen Style, visueller Aufmachung, Theatralität und sexueller Experimentierfreudigkeit. Auf der anderen Seite war sein Eskapismus – seine Nostalgie, aber auch seine Dekadenz – regressiv. Auch musikalisch scheint Glam gleichzeitig nach vorne und zurück zublicken.“ (aus: Simon Reynolds „GLAM – Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert“)

Also blicken wir nach vorne und zurück mit Simon Reynolds. Auf 700 Seiten hat sich der renommierte Pop-Autor dem GLAM gewidmet, mit analytischem Scharfblick und mit der Liebe des passionierten Fans. Und ohne Angst vor Widersprüchen. GLAM ist ja soo androgyn – seine Protagonisten heißen David, Bryan oder Marc, sind Männerbands wie Sweet und Slade, selbst Alice ist ein Kerl. Bleibt Suzi Quatro. Und die Frage: Wie spiegelt sich GLAM im 21.Jahrhundert? Weird Folk? Schaffeltechno? Ein Abend mit Schallplatten, Videoclips, Lesen & Reden.

Eintritt: 7,- / 5,-
Veranstaltungsort: Milchsackfabrik, Gutleutstr. 294, 60327 Frankfurt am Main

text&beat sind Jesko Bender, Carolin Callies, Silke Hartmann, Malte Kleinjung, Michael Müller, Kai Staudacher, Klaus Walter