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Literatur, Betrieb, Kritik – Ein Abend mit „PS: Politisch Schreiben“

Mittwoch, 25. Oktober 2017, 20 Uhr

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Literatur, Betrieb, Kritik – Ein Abend mit „PS: Politisch Schreiben“

Kaśka Bryla, Özlem Özgul Dündar und Anna Kow im Gespräch mit Lena Vöcklinghaus und Miriam Zeh

Wir spielen ein Spiel. Es geht so: Wer Literaturpreise gewinnt und Stipendien erhält, kann ein Buch veröffentlichen. Wer ein Buch veröffentlicht, kann Preise gewinnen und Stipendien erhalten. Wer möglichst jung seinen Fuß in die Literaturbetriebstür bekommt, kann zwar selten vom Schreiben leben. Solange er nach den Regeln spielt, wird er es aber eine Zeit lang recht gut aushalten in der Förderungsmaschine namens Literaturbetrieb. Doch wer sind eigentlich diese Menschen, die Fördergelder kassieren, Ehrungen einheimsen und in Künstlerresidenzen gastieren? Welche Sichtbarkeitsmechanismen sind am Werk, bis ihr Fuß in die Literaturbetriebstür gelangt? Welche Ungerechtigkeiten und Strukturen schlagen anderen Autor*innen diese Tür vor der Nase zu? Und wer bestimmt diese Spielregeln? Lässt sich nicht auch ein anderes, ein gerechteres und schöneres Literaturleben denken? Wie kann ein Literaturkanon aussehen, der die Geschichte aller abbildet?

Seit 2015 denken Herausgeberinnen und Autorinnen in der Zeitschrift „PS: Politisch Schreiben“ über diese Fragen nach. Sie arbeiten an neuen Ästhetiken und literaturbetrieblichen Utopien. Das sich ständig erweiternde Kollektiv publiziert Essays, Interviews und literarische Texte in print und digital, finanziert sich durch Crowdfunding und glaubt an Creative Commons. Lena Vöcklinghaus und Miriam Zeh von der „Schreibszene Frankfurt“ diskutieren mit Kaśka Bryla, Özlem Özgul Dündar und Anna Kow über Macht, Sichtbarkeit und die aktuelle PS-Ausgabe zum Thema „Imagination, Krise, Wirklichkeit“.

Kaśka Bryla ist Mitbegründerin und Herausgeberin von „PS – Politisch Schreiben“. Sie schreibt Prosa, Essays und Theaterstücke, studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und ist Teil des Neuen Instituts für dramatisches Schreiben am Maxim Gorki Theater in Berlin. Özlem Özgul Dündar ist Lyrikerin und Übersetzerin. Sie studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Anna Kow ist Redaktionsmitglied des feministischen Magazins „Outside the box“.

Das Forschungskolleg Schreibszene Frankfurt erkundet die Poetik, Publizistik und Performanz von Gegenwartsliteratur. Gemeinsam mit ihren sechs Kolleginnen und Kollegen beobachten Lena Vöcklinghaus und Miriam Zeh in diesem Rahmen das Schreiben und den Literaturbetrieb unter heutigen Bedingungen.

Eintritt: 6,- / 4,-
Veranstaltungsort: Orange Peel, Kaiserstraße 39, 60329 Frankfurt am Main

Eine Kooperation mit dem Forschungskolleg „Schreibszene Frankfurt“
text&beat wird gefördert vom Kulturamt Frankfurt am Main. Präsentiert von ByteFM

text&beat sind Jesko Bender, Carolin Callies, Silke Hartmann, Malte Kleinjung, Michael Müller, Kai Staudacher, Klaus Walter