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Ästhetik des Stotterns – Ein Abend mit Kathrin Röggla

text&beat@orange peel

Mittwoch, 24. Februar 2016, 20 Uhr

Ästhetik des Stotterns – Ein Abend mit Kathrin Röggla

Stottern ist eine Störung der Sprachproduktion. Der Sprachfluss stockt. Für den Stotterer bedeutet das, motorisch nicht aussprechen zu können, was er eigentlich sagen will. „Viel ist vom Stottern als Fehler die Rede“, merkt schon der große Theatermacher, Autor und Maler Einar Schleef an, „kaum aber vom Geschenk des Stotterns, von der veränderten Wahrnehmung, von der instruktiven Stärke der Beobachtung“, die aus dem Stocken der Sprache erwachsen. Für Kathrin Röggla ist das Stottern ein authentischer Gestus, der aus der auf Perfektion getrimmten Medienwelt systematisch ausgesperrt wird, um im Zuge von Reality-Shows und Authentizitätsbeschwörungen doch wieder eingespielt zu werden. Röggla erkennt im Stottern wie im Abstottern von Schuld und Schulden ein wesentliches Merkmal des heute chronisch verschuldeten Menschen. Ist Stottern nicht längst zur Lebenstechnik und zur Kunst geworden? Gemeinsam mit Kathrin Röggla sichtet text&beat die Ästhetik des Stotterns von der Kings-Speech über Stoibers Transrapid-Stammeln bis zum Stotterbeat von David Bowies „Changes“.

Kathrin Röggla ist eine der renommiertesten Prosa-, Theater- und Hörspielautorinnen der Gegenwart. Ausgestattet mit einem feinen Sensorium für das „Stottern und Stolpern“ analysiert sie das ästhetische und gesellschaftskritische Potential der Sprachstockung.

Was wäre der Mensch ohne seine kuriosen Verhaltensweisen und Eigenschaften? In der Reihe „Naturtextur“ geht text&beat Phänomenen wie dem Stottern, Gähnen und Kitzeln auf den Grund und nimmt deren ästhetische Inszenierung in den Blick.

Eintritt: 6,- /ermäßigt 4,– Euro

text&beat wird gefördert vom Kulturamt Frankfurt am Main. Präsentiert von ByteFM.

text&beat sind: Carolin Callies, Silke Hartmann, Christian Metz, Michael Müller, Kai Staudacher, Klaus Walter